Der Studienreisemarkt in Deutschland

2.3.5 Resume

Aus der Angebots- und Wettbewerbsanalyse ist deutlich zu erkennen, dass eine große Anzahl von Reiseveranstaltern, die verschiedensten Arten von Rund-, Studien- oder Erlebnisreisen nach Südafrika zu den unterschiedlichsten Preisen anbieten. Da der Reiseverlauf bei den meisten Reiseveranstaltern gleich ist, werden Unterschiede nur in der Programmgestaltung, bei der Hotelauswahl oder bei den zugelassenen Teilnehmerzahlen ersichtlich. Bei den klassischen Reiseveranstaltern wie Dertour, Neckermann oder TUI, werden während des Reiseverlaufs kaum Führungen angeboten. Es gibt nur wenige Angaben über die Programmabläufe in Johannesburg, Durban oder Kapstadt. Die Mindestteilnehmerzahlen liegen bei diesen Reisen bei ungefähr 20 Personen. Akzeptable Teilnehmerzahlen mit bis zu 25 Personen findet man eher bei den großen Studienreiseveranstalter Dr, Tigges, GeBeCo und Studiosus.



 

Da fast alle Reiseveranstalter versuchen in kürzester Zeit so viele Programmpunkte wie möglich unterzubringen, sind Reisethemen bei den angebotenen Reisen nicht oder nur ansatzweise vorhanden. Lediglich Dr. Tigges und Studiosus versuchen ihre Studienreisen mit Tagesüberschriften wie „Stolzes Zuluvolk“ oder „Auf dem Dach Afrikas“ für den Kunden interessanter zu gestalten.

Eine Einarbeitung der unter Punkt 2.1 dargestellten Nachfragetrends, die bei der zukunftsfähigen Gestaltung von Studienreisen eine wichtige Rolle spielen, wie z.B. "mehr freie Zeit zur Verfügung" oder "wohnen in landestypischen Unterkünften", lässt sich bei den untersuchten Reisen kaum erkennen. Vereinzelt werden freie Nachmittage in Johannesburg, Durban, Port Elizabeth oder Kapstadt angeboten. "Landestypische" Unterkünfte findet man höchstens bei Meier`s Weltreisen oder GeBeCo-Erlebnisreisen.

Negativ anzumerken ist auch, dass die meisten Reiseveranstalter die verschiedensten Nationalparke im Programm haben, aber Übernachtungen nur im Krüger-Nationalpark oder im Hluhluwe-Nationalpark anbieten. Nationalparke wie der St. Lucia-Wetpark oder der Tsitsikamma-Nationalpark an der Gardenroute, welche nicht so überlaufen sind und ebenfalls gute Übernachtungsmöglichkeiten bieten, werden kaum berücksichtigt.

Auffällig ist auch, dass alle Reiseveranstalter Kapstadt im Programm haben, aber bei den meisten Reisen nur eine halbtägige Stadtrundfahrt angeboten wird. Da Kapstadt eine der geschichtsträchtigsten Städte Südafrikas ist und eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten bietet, ist eine ganztägig geführte Tour empfehlenswert. Wichtige geschichtliche Zusammenhänge können anhand von Sehenswürdigkeiten gut verdeutlicht werden. So werden beispielsweise Überfahrten nach Robben Island und die Besichtigung des Gefängnisses, in dem Nelson Mandela 27 Jahre lang eingesperrt war, von den meisten Reiseveranstaltern nicht angeboten.

Die Verarbeitung der Erkenntnisse aus der Angebots- und Wettbewerbsanalyse unter Einbezug der bestehenden Studienreisetrends, ermöglicht die Konzeption einer neuen erfolgreichen und konkurrenzfähigen Reise nach Südafrika.

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