Der Studienreisemarkt in Deutschland

2.1 Die Marktentwicklung

Es ist kompliziert einen umfassenden Überblick über den Studienreisemarkt in Deutschland zu geben. Aufgrund der vielseitigen Arten und Formen von Studienreisen, die von den verschiedensten Veranstaltern angeboten werden, ist es schwierig eine einheitliche Abgrenzung auf dem Markt zu erreichen. Feststeht aber, dass der Studienreisesektor seit Mitte der 80er Jahre kontinuierliche Zuwachsraten aufweist.

     

Entscheidend für diese positive Marktentwicklung waren in erster Linie dieselben Faktoren, die dem gesamten Tourismus in Deutschland einen Aufschwung bescherten.

Das kontinuierlich gestiegene Netto-Einkommen der Reisenden, die Verbesserung der Mobilität, die stetige Zunahme der Freizeit und die Zunahme an Informationen über Länder führten zu einem stärkeren Reiseverhalten in der deutschen Bevölkerung.

Beigetragen zu dieser Entwicklung haben aber auch die Studienreiseveranstalter, die mit neu konzipierten Studienreisen auf die veränderten Kundenbedürfnisse reagierten. So wurden zum Beispiel die Reisethemen, die Studienreisearten und die Destinationspalette immer mehr erweitert.14

Nachfrage

In Zahlen spiegelt sich die Nachfrage nach Studienreisen wie folgt wider: Rund 2,3 Millionen von insgesamt 48,13 Millionen Reisenden gaben nach den Untersuchungen der Reiseanalyse 2005 der Forschungsgruppe Urlaub + Reisen (F.U.R) an, in den letzten drei Jahren eine Studienreise gemacht zu haben.15 Des Weiteren sind sich 3,5% der 48,13 Millionen Reisenden „ziemlich sicher“ und für 5,5% der Befragten „kommt es generell in Frage“, eine Studienreise in den nächsten drei Jahren zu unternehmen. Darüber hinaus ist die Studienreise auch als Zweitreise sehr beliebt. Studienreiseveranstalter reagierten darauf mit kürzeren Programmen von Studienreisen. Wochenend-, Städte- oder einwöchige Rundreisen sollen zu Kundenbindung und Kundenakquisition dienen.16

Die Zahlen aus der Reiseanalyse 2005 belegen aber ebenfalls, dass das Segment Studienreisen ein Nischenbereich bleiben wird – und bleiben muss, denn Studienreisen und Massentourismus schließen sich weitgehend aus.

[weiter ...]

14  vgl. Schäfer K. H.(1995): Reisen um zu lernen. (Hrsg.): Paderborner Geographische Studien, Band 9, S.27
15  vgl. F.U.R 2005, S.19
16  vgl. Klingenstein M.A. (2000): Studienreisen. In: Jörn W. Mundt (Hrsg.): Reiseveranstaltung: Lehr- und Handbuch. München, S.265