Entwicklung, Definition und Charakterisierung einer Studienreise

In den vergangenen Jahren wendete sich die Studienreise immer mehr von der traditionellen durchgeführten Bildungsreise ab und entwickelte ihren eignen Charakter.1 Neue Zielgruppen konnten somit erreicht werden und die Anzahl der potentiellen Studienreisekunden stieg beständig. Aber was verbirgt sich hinter dem Begriff der "Studienreise", wie verlief die Entwicklung der "Studienreise" und wie ist der Markt gekennzeichnet? Es ist schwer den Begriff der "Studienreise", aufgrund der zahlreichen angebotenen Produkte auf dem Reisemarkt, einzugrenzen oder zuzuordnen. Des Weiteren erschwert die Tatsache, dass die heutige Studienreise oft mit anderen Reiseformen gekoppelt ist, die Abgrenzung dieses Produktes.

1.1 Die Entwicklung der modernen Studienreise

„Studienreisen sind so alt wie der Tourismus selbst“2 und ihre Entwicklung ist eng verbunden mit der des Tourismus. Schon im alten Ägypten um 1.500 v. Chr. findet man Anzeichen dafür, dass es eine Art von Tourismus gab. Im Mittelpunkt des Interesses standen die Pyramiden von Gizeh, die Sphinx und die Stufenpyramide des Dejoser bei Sakkara. Anhand von Wandkrakeleien die man an diesen Orten fand, welche zur Verewigung der Besucher dienten, kam man zu der Erkenntnis, dass auch schon damals die Menschen in Gruppen reisten um historische Orte kennen zu lernen und zu besichtigen.3

Der erste Studienreiseveranstalter war der Engländer Thomas Cook, der seine Reisen ausschließlich zu antiken Kunstwerken führte. Der erste Anbieter in Deutschland war Dr. Hubertus Tigges, der 1928 Dr. Tigges Reisen gründete und die ersten Reisen nach Frankreich, in die Schweiz und nach Italien organisierte. Anfang der 30er Jahre entwickelten sich die „Studienfahrten deutscher Akademiker“, welche ein größeres Publikum erreichten. Nach der anfänglichen Begeisterung an Studienreisen, hinderte der 2. Weltkrieg die Menschen daran private Auslandreisen zu unternehmen. Somit ist es nicht verwunderlich, dass nach dem Krieg ein Boom einsetzte, der zur Gründung von vielen heutigen Studienreiseveranstaltern führte.4

Entscheidend für die Entwicklung der modernen Studienreise, wie für den gesamten Tourismus, waren die Boomfaktoren des Tourismus Ende der 50er Jahre. Das Reiseverhalten der Studienreisenden wurde insbesondere durch die Entwicklung des Flugzeugs verändert. Ferne Reiseziele wie Indien, Mexiko oder Indonesien wurden für den Studiereisenden leicht erreichbar. Bei europäischen Reisezielen standen am Anfang der Entwicklung noch die Bahn und später das Schiff im Mittelpunkt, nach und nach wurden der Bus und auch das Flugzeug für die Studienreisen genutzt.5

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1 vgl. fvw 01/2002, und Touristik Report Mai 2002
2 vgl. Klingenstein M.A. (2000): Studienreisen. In: Jörn W. Mundt (Hrsg.): Reiseveranstaltung: Lehr- und Handbuch. München, S. 255
3 vgl. ebd., S.255
4 vgl. ebd., S.255-256
5 vgl. ebd., S.257


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